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Die Arbeit von Stream of Life konzentriert sich auf die Hilfe bedürftiger Kinder in und im Umfeld von Kampala, Uganda in Afrika. Oft handelt es sich dabei um Waisen oder alleingelassene Kinder. Der Verein legt seine Schwerpunkte auf Schulbildung, Ernährung, gute medizinische Versorgung, Nachhaltigkeit und die Verbesserung der Wohnsituation.

Durch ein Facebook-Posting und der Suche nach regionalen Weihnachtsgeschenken im vergangenen Winter stoße ich auf Sigrid Reymaier. Sie fertigt wunderschöne Kissenbezüge aus afrikanischen Stoffen und aus Keramik Etageren in typischen afrikanischen Mustern an. Sämtliche Einkünfte kommen zu 100 Prozent dem Stream of Life zu Gute. Beim Plaudern vor ihrem Haus in Wien erzählt sie mir mehr diesem Verein, dessen Tun und stellt den Kontakt zur Initiatorin Monika Koczi her.

Herzerwärmend

Alleingelassene und verwaiste Kinder sind in Uganda häufig. Das Land wird von Krankheiten wie Typhus und HIV gebeutelt. Die Leidtragenden sind meist die kleinsten der Gesellschaft. Das Afrinena-Waisenhaus des Stream of Life-Vereins gibt den Kindern ein neues Zuhause. Aktuell leben dort rund 50 Waisen und Halbwaisen. Patenschaften sind herzlich willkommen. Auf einer Projektreise im Sommer 2017 nach Uganda besuchte Monika Koczi die Slums von Kampala. Ihr Weg führte zu einem baufälligen Haus, vor dem Kinder versammelt waren. Sie trommelten, sangen und tanzten zu Gospelsongs. „Ich war tief berührt und es war ein herzerwärmender Anblick, diese Kinder so fröhlich zu sehen“, erzählt Koczi. „Ich schaute ihnen eine Zeit lang zu und wurde dann ins Haus gebeten. Ich erfuhr, dass es sich um Waisenkinder handelte. Frank Mwesigwa, der selbst ernannte Pflegevater der Kinder, lehrte sie Lieder und Tänze. Dies war die einzige Möglichkeit, ein wenig Geld zu verdienen und zu überleben. Frank führte mich herum. Was ich zu sehen bekam, erschütterte mich.“

Foto: Stephanie Langer

Etwas tun 

Monika Koczi berichtet von Zimmern mit Stahlbetten ohne Matratzen. Einer Küche, bestehend aus einem Kübel und einer Kochstelle. Einem Lagerraum, in dem ein einziger Bohnensack stand. Es gab einen Abort im Hof für 25 bis 50 Kinder. In Afrika nicht unüblich. „Ich fragte Frank, wie er die Kinder ernähren kann. Er lächelte mich an und erklärte, dass es wohl nicht einfach wäre, er aber sein Bestes gäbe. Ich sah, dass es nicht reichte. Zum Abschied standen die Kinder im Kreis, hielten meine Hände und stimmten Lieder an. Das bewegte mich so, dass ich wusste, dass ich etwas tun wollte.“

Neue Projekte

Nach ihrer Rückkehr gründete Monika Koczi im Herbst 2017 den Verein Stream of Life. Zur Seite stehen ihr dabei Marco Villard, Sigrid Reymaier und Stephanie Langer. Seitdem hat sich viel getan. Der Verein festigte seine Arbeit und baute sie sogar aus: Das Afrinena-Waisenhaus konnte mit Anfang des Jahres 2020 in ein neues und größeres Haus ziehen, mit Hof, Garten und Möglichkeiten für einen kleinen Shop. Jedes Kind hat nun sein eigenes richtiges Bett, Buben und Mädchen schlafen in eigenen Schlafräumen. „Außerdem haben wir den Neubau unserer Newday-Schule vorangetrieben, nachdem wir im vorletzten Jahr ein Grundstück erwerben konnten. Der Rohbau der ersten Ausbauphase steht bereits.“ Und auch noch ein neues Projekt konnte das Team von Stream of Life auf die Beine stellen und auch bereits erste Workshops und Aktionen finanzieren: Gemeinsam mit Joshua und Esther Magezi wurde das Projekt „Rafiki – Defining Destiny“ gestartet. „Rafiki bedeutet Freund/Freundin. Mit diesem Projekt unterstützen wir Mädchen und Frauen im Kontext einer patriarchalen Gesellschaft, bei frühen Schwangerschaften, gesundheitlicher Bedrohung und hygienischer Missstände bei der Erlangung von Bildung und wirtschaftlicher Eigenständigkeit“, erklärt Koczi.

Selbstbestimmte Zukunft

Stream of Life verfolgt ein konsequentes Ziel, um bedürftigen Kindern und Familien in den Slums von Kampala und ländlichen Regionen sowie Mädchen und Frauen im Speziellen zu größerer Eigenständigkeit zu verhelfen. „Nicht zuletzt konnten wir im vergangenen Jahr wesentliche Meilensteine bei Patenschaftszahlen und Projektspenden erreichen. Ich bedanke mich bei jedem Einzelnen, der unsere Sache unterstützt und damit ermöglicht, Augen zum Leuchten zu bringen und Grundlagen für eine lebenswerte, selbst bestimmte Zukunft schafft.“

Foto: Stephanie Langer